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Degu Profil

Bild - Degu

Degus kennt man auch unter dem Begriff Strauchratte, obwohl das eigentlich der Name der Gattung ist, der sie angehören. Ursprünglich stammen sie aus Chile, in Europa hält man sie seit dem Ende des 20. Jahrhunderts sehr gerne als Haustiere.

Obwohl sie auch in Argentinien oft gesichtet werden und daher offizielle Quellen häufig auch das Land als ihre zweite Heimat nennen, gelten sie in Chile als endemisch. Das bedeutet, dass sie dort in freier Natur nur in einem räumlich abgrenzten Gebiet vorkommen

Wissenschaftlicher Name: Octodon degus
Abstammung Überordnung: Stachelschweinverwandte
  Teilordnung: Hystricognathi
  Ohne Rang: Meerschweinchenverwandte
  Familie: Trugratten
  Gattung: Strauchratten
  Art: Gewöhnlicher Degu
Körpergröße:: 14 cm
Körpergewicht: 200 g
Ernährung: Pflanzlich; Samenfresser
Ø Lebenserwartung: 5 Jahre
Lebensweise: Familienverband
Herkunft: Argentinien, Chile
Verbreitung: Als Haustier weltweit
Unbekannt

1. Wer hat das Degu eigentlich entdeckt?

Natürlich dürften Degus schon im Vorfeld einmal von jemandem entdeckt worden sein, aber in einem wissenschaftlichen Werk wurden sie das erste Mal gegen Ende des 18. Jahrhunderts erwähnt. Und zwar von Juan Ignacio Molina. Ironischerweise wird in vielen damit verbundenen Arbeiten explizit erwähnt, dass sie von ihm entdeckt worden sind, aber es ist einfach unwahrscheinlich, dass die Ureinwohner nicht schon zuvor Begegnungen mit den kleinen Tierchen hatten. Allem voran, weil Degus den Ureinwohnern als Nahrungsquelle gedient haben.

Eine Sache stimmt allerdings, nämlich dass Molina die Degus zum ersten Mal taxonomisch untersucht und sie dann wissenschaftlich eingeordnet hat.

2. Körperliche Merkmale vom Degu

Bild - Degu

Während in der Heimtierhaltung die sogenannten Agouti-Varianten weit verbreitet. Hierbei handelt es sich um sehr helle, beige bis beinahe weiße Degus. Wildlebende Tiere sind allerdings meist dunkler. Zwar kommt es auch hier zu stellenweise hell meliertem Fell, aber in der Regel sind sie entweder schwarz oder braun an der Oberseite.

Besonders ist bei Degus, dass auch ihr Schwanz vollständig behaart ist. Am Ende besitzt er eine dunkle Quaste, die sich farblich vereinzelt sogar vom Rest abheben kann.

Blaue, silbergraue oder auch sandfarbene Tiere, sowie einfarbig weiße und schwarze Degus gibt es zwar alles auch, aber die sind extra so gezüchtet worden.

Neben großen schwarzen Knopfaugen besitzen Degus recht große Ohren. Generell erinnert ihr Körperbau an andere Nagetiere, wie etwa Mäuse und Hamster. Männchen sind ein bisschen stämmiger als die Weibchen, darüber hinaus gibt es aber keinen Geschlechtsdimorphismus.

Im Durchschnitt erreichen die kleinen Nagetiere eine Körperlänge von rund 30 cm.

3. Degus besitzen eine brutale Eigenheit

Ihr Schwanz ist das empfindlichste Körperteil, das sie besitzen. Das geht sogar so weit, dass er leicht beschädigt wird, sobald eine Verletzung auftritt. Daher wird die verwundete Stelle in der Regel entfernt. Dazu nagen sich die Tiere ihren Schwanz selbst bis auf den Knochen ab.

Zwar wächst dieser dann nicht mehr nach, wie es bei Eidechsen der Fall wäre, aber die Tiere können auch mit stark verkürzten Schwänzen problemlos weiterleben.

Solche Verletzungen entstehen in freier Wildbahn in erster Linie durch Angriffe von Fressfeinden. Kommt es in der Heimtierhaltung vor, dann ist das auf einen Haltungsfehler zurückzuführen! Entweder haben Sie das Tier falsch in die Hand genommen, oder die Käfigeinrichtung ist zu gefährlich, sodass das Tier hängengeblieben ist und sich verletzt hat.

Ähnlich wie eben bei Eidechsen dient dieses Abwerfen des Körperteils dem Überleben. Es ist eine wirksame Taktik, um dem Angreifer nicht zum Opfer zu fallen und gleichzeitig schnell die Flucht ergreifen zu können.

4. Die Lebensweise von Degus

Degus sind bemerkenswerte kleine Tiere, die sich ihrer Umgebung perfekt anpassen. Sie merken es, wenn sie gute Lebensbedingungen haben und agieren auch dementsprechend. So würden sie sich in freier Wildbahn zum Beispiel nur in einem kurzen Zeitraum und dann auch in der Regel nur zweimal im Jahr fortpflanzen, während sie in menschlicher Obhut das ganze Jahr über Nachwuchs zeugen.

Die Nager leben in Familienverbänden mit bis zu 200 Tieren zusammen. Dabei gibt es immer ein einzelnes Alphatier, das penibel über seine Familienmitglieder wacht und sofort zur Verteidigung übergeht, wenn ein fremdes Tier das Territorium betreten würde. In menschlicher Obhut legen sie das durch die Zähmung ab und betrachten den Menschen relativ freundlich.

Aktiv sind Degus rund um die Uhr. Allerdings gibt es sogenannte Hauptphasen, in denen sie am aktivsten sind. Diese treten am frühen Morgen und während der Abenddämmerung auf.

5. Das Verhalten von Degus

Verständigt wird sich untereinander durch verschiedene Laute. So gibt es zum Beispiel ein zufriedenes Zwitschern, wenn sie einander begrüßen oder die Tiere zufrieden sind. Mit einem anderen, grellen Signalton geben sie hingegen bekannt, wenn sie über etwas verärgert sind.

Natürlich gibt es auch eine gewisse Körpersprache, über die Sie Bescheid wissen sollten.

6. Die Körpersprache von Degus

Verhalten Bedeutung
Anspringen Signalisiert Kampfbereitschaft. Das Tier hat großen Stress oder auch Panik und ist bereit, sich zu verteidigen.
Aufpassen Ein Degu sitzt meist an einem erhöhten Bereich und bewacht die Gegend. Sollte nun etwas passieren, wird laut gepfiffen, um zu warnen.
Aufreiten Hierbei wird gefiept und gemeckert, das ist eine Dominanzgeste unter den Degus.
Boxen (mit Kicken) Hiermit wird die Kraft ausgetestet. Ist eine friedliche Klärung der Rangordnung, tritt insbesondere bei jungen Tieren auf.
Einrollen, ineinander verbeißen und Einkugeln Gefährlich! Rollen sich zwei ineinander verbissene Degus zusammen, besteht eine Tötungsabsicht, sobald das länger als zwei, drei Sekunden andauert! Die Tiere müssen sofort getrennt werden.
Fell sträuben Kommt immer auf den Kontext an, kann nämlich z. B. beim Kuscheln genauso auftreten wie bei Krankheit oder einem Kampf.
Markieren Werden andere Degus markiert, wird somit Dominanz ausgeübt. Es dient aber auch dazu, die Tiere ausfindig zu machen, die zum Familienverband gehören.
Pfeifen (hoher Ton) Warnruf
Pfeifen (langer Ton) Bleibt der Warnruf langanhaltend, kann es sein, dass das Degu einen Schmerz verspürt.
Schwanzwedeln Zeichen von Anspannung oder auch Aggression. Kann aber auch Erregung bedeuten; Männchen wedeln mit dem Schweif, bevor sie ein Weibchen besteigen.
Quieken Die Tiere sind verärgert und möchten in Ruhe gelassen werden.
Zähneklappern, Knirschen Unsicherheit, Panik, Wut, Angst, kann aber auch Zufriedenheit zeigen.
Begrüßung

7. Davon ernähren sich Degus

Degus sind Vegetarier und ernähren sich in erster Linie von verschiedenen Samen. Aber auch Blätter und junge Pflanzentriebe finden sich auf ihrem Speiseplan.

Dazu kommen frische Wiesenkräuter und Gras, gerne aber auch Blüten. Versuchen Sie außerdem, Ihren Degus ein paar einfache Zweige zu geben, die werden gerne zernagt.

Ganz wichtig: Geben Sie Ihren Degus kein Obst, weder in frischer noch in getrockneter Form! Die Tiere haben eine starke Neigung dazu, Diabetes zu entwickeln, teils sogar noch stärker als die kleinen Zwerghamster, die Früchte in kleinen Mengen verfüttert bekommen dürfen.

8. Degufutter

9. So muss das Zuhause vom Degu aussehen

Generell sind Degus ja recht anspruchsvoll, was ihre Haltung angeht. Der gewichtigste Faktor ist dabei die Gruppenhaltung. Degus sind äußerst soziale Tiere, die zumindest paarweise oder noch besser in kleinen Gruppen gehalten werden müssen.

Da es sich um intelligente und neugierige Tiere handelt, ein großer Käfig sehr wichtig, in dem sie mehrere Stockwerke und viel zu entdecken zur Verfügung haben. Gleichzeitig braucht es auch ausreichend Rückzugmöglichkeiten. Zwar sind Degus nicht direkt scheu, aber sie haben auch ganz gerne zwischendurch mal ihre Ruhe.

Als optimale Gehegegröße gelten 150 x 80 cm, kleiner sollte es nicht ausfallen. So haben die Tiere eine ausreichende Grundfläche und nebenher die Möglichkeit, ausgiebig umherzutollen. Die Einstreu sollte 15 cm hoch sein. Wichtig ist dabei, dass keine staubigen Materialien genutzt werden. Sägespäne oder Pellets sind damit tabu, es braucht stattdessen Natur- und Pflanzenfasern. Unsere Hanfstreu würde sich zum Beispiel perfekt für Degus eignen.

10. Unverzichtbare Grundausstattung für Degus

Bild - Degu

Zu den unverzichtbaren Einrichtungsgegenständen zählen verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten, wie große Äste, Hängebrücken, Tunnel und Röhren sowie auch ein dickes Seil, an dem sie herumklettern können. Beispielsweise Sisal würde sich hier perfekt eignen.

Daneben brauchen sie verschiedene Häuser, um sich darin verstecken, ausruhen und dementsprechend natürlich auch schlafen zu können. Bei der genauen Positionierung dieser Einrichtungsgegenstände müssen Sie sich natürlich nach den Degus richten, und nicht umgekehrt.

Es ist auch nützlich, eine Hanfmatte am Boden jeder Etage unterzulegen. Diese wird gut und gerne von den kleinen Rackern zerlegt und als Nistmaterial verwendet.

Um die Krallen ordentlich abnutzen zu können, eignen sich Steinplatten sehr gut. Oder nutzten Sie dazu gleich unsere Häuser mit Schieferplatten! Steine sind auch wunderbar für den Sommer geeignet, da diese kleinen Platten im Sommer kühlend wirken können. Ebenfalls der Kühlung im Sommer dienlich ist ein Sandbad, wie es auch Hamster und Chinchillas benötigen.

Außerdem darf natürlich auf keinen Fall ein Laufrad im Gehege fehlen. Da die Tiere auch mal ganz gerne in einer Gruppe laufen, sollten Sie ein möglichst großes anschaffen. Alternativ ist auch eine Drehscheibe geeignet.

Daneben braucht es noch die übliche Grundausstattung, wie eine Transportbox, Futternäpfe und Trinkflaschen. Da die Tiere viel buddeln, sind Wassernäpfe nur bedingt geeignet.

Wichtig ist, dass Sie keine für Kleinnager übliche Transportbox aus Plastik verwenden. Die Degus würden diese zu schnell durchknabbern, nach rund einer Stunde wären sie unbrauchbar. Greifen Sie stattdessen lieber auf eine Box zurück, die aus Holz besteht.

11. Sinnvolle Ergänzungen für das artgerechte Deguzuhause

12. Gesundheitsfibel vom Degu
13. Häufige Fragen rund um Degus
Wie viele Degus sollten in einer Gruppe leben?

Als optimal gelten zwei bis fünf gleichgeschlechtliche Tiere. Insbesondere, wenn sie aus einem Wurf stammen und somit Geschwister sind, vertragen sie sich äußerst gut.

Was sollte man als Anfänger bezüglich der Haltung von Degus beachten?

Direkte Pärchen sollten keinesfalls von Anfängern gehalten werden, da sich die Tiere explosionsartig reproduzieren. Eine Kastration ist bei Degus äußerst schwierig, da ihre Hoden im Inneren ihres Körpers liegen. Dieser Eingriff sollte daher eine Ausnahme bilden, wenn es aufgrund hormoneller Erkrankungen zum Beispiel gar nicht anders geht.

Degus zu vergesellschaften, die einander fremd sind, ist schon alleine wegen ihrer komplexen und gleichzeitig auch strikt geregelten Rangordnung sehr schwierig. Gerade Böcke stellen hierbei eine große Herausforderung dar. Auch das ist für Anfänger nicht zu empfehlen.

Wie oft muss ich das Gehege der Degus reinigen?

Es kommt immer ganz auf den Verschmutzungsgrad an, aber in der Regel müssen Sie von drei bis sechs Wochen ausgehen. Degus sind auf ihre Geruchsspuren angewiesen.

Einzig die Ecken, in denen sie ihr Geschäft verrichten, sollten zweimal in der Woche gereinigt werden, damit es nicht zur Bildung von Ungeziefer kommt.

Gibt es beim Degu Rassen?

Neben dem Gewöhnlichen Degu, den man als Haustier hält, gibt es noch drei weitere Rassen, den Walddegu, den Küstendegu und den Pazifikdegu. Diese drei tauchen allerdings nur in freier Wildbahn auf und kommen gar nicht erst in ein Gehege.

Vertragen sich Degus und andere Haustiere?

Grundsätzlich sind Degus zu anderen Haustieren freundlich, besonders wenn sie merken, dass auch die dort leben, wo sich ihr Territorium befindet. Halten sich diese vom Käfig fern und wird nicht versucht, diesen zu betreten, kommt es für gewöhnlich auch nicht zu problematischen Zwischenfällen. Einen gemeinsamen Käfig darf es nur eben nicht geben, sonst kommt es zu mitunter blutigen Auseinandersetzungen.

Wie auch immer, lassen Sie die Tiere unter keinen Umständen ohne Aufsicht im Raum zurück! Selbst, wenn sie sich gut verstehen, kann sich das schlagartig ändern. Eine falsche Geste und die Hölle bricht los.

Sind Degus nacht- oder tagaktiv?

Besitzer der kleinen Tiere berichten immer wieder davon, dass ihre Degus tagaktiv sind. Tatsächlich trifft das auch zu, was aber nicht bedeutet, dass sie deshalb in der Nacht still bleiben. Auch dann zeigen sie sich mitunter recht laut, weshalb es eine schlechte Idee wäre, sie im Schlafzimmer zu halten.

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