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Kaninchen Profil

Bild - Kaninchen

Ursprünglich kommen Kaninchen aus Nordafrika und von der Iberischen Halbinsel. Damit sind also Spanien und Portugal zwei ihrer hauptsächlichen Heimatorte. Es waren die Phönizier, die sie auf ihren Seefahrten vor rund 4.000 Jahren zum ersten Mal wirklich protokolliert haben.

Später hielten sich die Römer mehr oder weniger wilde Kaninchen, die jedoch als Nahrungsquelle und nicht als Haustiere galten. Erst im Mittelalter rund um das 16. Jahrhundert wurden sie zur Haustierhaltung allmählich domestiziert. Das wurde dann aber im 19. Jahrhundert nochmal unterbrochen, als man speziell das Hermelinkaninchen als Materialquelle züchtete, um Pelze für Könige und Fürsten herzustellen.

Heute zählen Kaninchen in erster Linie als beliebte Haustiere, vereinzelt aber auch nach wie vor als Nahrungsquelle. Besonders in den letzten Jahren haben Kaninchen immer mehr Beliebtheit gewonnen, auch international. Heutzutage scheinen sie in sozialen Medien die neuen Stars zu werden. In manchen Kreisen lösen sie sogar schon die Katzen in ihrer Beliebtheit ab.

Schon gewusst? Kaninchen und Hasen sind nicht direkt miteinander verwandt! Aufgrund der Anzahl ihrer Chromosomen wäre eine Kreuzung untereinander gar nicht möglich. Auch charakterlich bestehen viele Unterschiede, so sind Kaninchen absolut gesellige Tiere, während der Hase ein kompletter Einzelgänger ist.

Wissenschaftlicher Name: Oryctolagus cuniculus forma domestica
Abstammung Klasse: Säugetiere
  Unterklasse: Höhere Säugetiere
  Überordnung: Euarchontoglires
  Ohne Rang: Glires
  Ordnung: Hasenartige
  Familie: Hasen
Körpergröße:: 20 bis 45 cm
Körpergewicht: 1 bis 3 kg
Ernährung: Pflanzlich
Ø Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre
Lebensweise: Rudelbildung
Herkunft: Afrika
Verbreitung: Weltweit
Unbekannt

1. Körperliche Merkmale vom Kaninchen

Die Schneidezähne sämtlicher Hasenartigen und auch Hasen besitzen keine Wurzel und wachsen daher ohne Unterbrechung nach. Es braucht daher ein hartes Futtermaterial, das die Zähne ausreichend abnutzt.

Zusätzlich dazu besitzen Kaninchen ein kleines Paar Zähne direkt hinter den ersichtlichen Schneidezähnen. Außerdem haben sie auch Backenzähne, die man bei den Tieren jedoch als Stiftzähne bezeichnet. Insgesamt fasst ihr Kiefer mehr als 28 Zähne, mit denen sie ihre Nahrung zermahlen.

Die Ohren der Tiere sind wie zwei Trichter aufgebaut und können unabhängig voneinander in unterschiedliche Richtungen bewegt werden. Sie sitzen an einem Kopf, der mit seitlichen Augen ausgestattet ist, um den Tieren einen Rundumblick zu ermöglichen.

Weibchen besitzen zwischen acht und zehn Zitzen an ihrem Bauch. Außerdem verfügen sie meist über eine sogenannte Wamme. Das ist ein Fettpolster, der sich direkt zwischen dem vorderen Brustbereich und unter ihrem Kinn bildet. Darin speichern sie Fett für potenziellen Nachwuchs. Manche Weibchen neigen stärker dazu, andere wiederum weniger. Ist sie recht wuchtig, dann ist das zunächst nicht besorgniserregend, sofern sie nicht plötzlich größer wird.

Abgesehen davon gibt es keinen Geschlechtsdiphormismus. Die Männchen werden weder größer noch schwerer als die Weibchen.

Rechts und links an der Innenseite ihrer Münder besitzen die Tiere eine behaarte Stelle. Mit der können sie problemlos Zweige, Ringe oder andere Dinge abknabbern und verputzen, ohne sich dabei zu verletzen. Sogar Dornen können sie damit unbeschadet zerkauen.

Kaninchen sind übrigens wie, alle anderen Fluchttiere auch, weitsichtig. In räumlichem Sehen sind sie hingegen nicht so gut ausgestattet. Generell sehen sie nur in der Dämmerung wirklich gut, weshalb sie aber das direkte Sonnenlicht absolut nicht meiden. Ganz im Gegenteil; bietet sich die Möglichkeit dazu, wird der Hintern gerne in wärmende Sonnenstrahlen gehalten!

2. Die Lebensweise von Kaninchen

Bild - Kaninchen

Das Herz eines Kaninchens schlägt 140- bis 180-mal in der Minute. Zum Vergleich: Das menschliche Herz schlägt hingegen nur 60- bis 100-mal pro Minute. In stressigen Situationen knacken die Tiere sogar die 300er-Grenze, weshalb sowas natürlich strengstens zu vermeiden ist, um für ein möglichst langes Kaninchenleben zu sorgen.

Geschlafen wird hauptsächlich mit offenen Augen, denn dazu sind die Tiere in der Lage. Wenn Ihre Kaninchen immer mal wieder die Augen schließen, dürfen Sie sich geehrt fühlen! Denn dann fühlen sie sich unbeschreiblich sicher bei Ihnen.

Es ist übrigens ganz normal, dass ein Kaninchen Wache hält, während das andere schläft. Darin wechseln sie sich dann auch immer wieder ab.

Ihre kräftigen und breiten Hinterpfoten befähigen die Tiere dazu, rasend zu sprinten. Auf der Flucht schlagen sie gern eine Zick-Zack-Form ein, um den Fressfeind so abzuwehren. Die Hinterläufe werden auch zum Trommeln benutzt. Dazu aber dann mehr im Abschnitt zum Verhalten.

Als ausgesprochen soziale Tiere müssen Kaninchen mit mindestens einem Artgenossen zusammenleben. Am besten verstehen sie sich mit dem gegensätzlichen Geschlecht, weshalb immer eine Kastration beim Rammler (also dem Männchen) vorgenommen werden muss.

Wichtig ist außerdem, dass es immer eine gerade Anzahl an Kaninchen im Rudel gibt.

Innerhalb ihres Rudels verfügen die Kaninchen über strenge hierarchische Ordnung. Einander zu berammeln ist daher kein reiner Geschlechtsakt, sondern dient auch dazu, die Ränge zu klären. Das haben Kaninchen übrigens mit den Meerschweinchen gemeinsam, weshalb sie auch gut mit ihnen zusammenleben können.

Ein Weibchen zu sterilisieren wäre ein zu riskanter Eingriff und sollte nicht durchgeführt werden, solange keine Erkrankung an der Gebärmutter vorliegt.

3. Das Verhalten von Kaninchen

Fälschlicherweise werden Kaninchen den Nagetieren zugeordnet, dabei gehören sie der Familie der Hasenartigen an. Dennoch knabbern und beißen sie unglaublich gerne alles Mögliche an. Davon abgesehen gibt es einige Verhaltensweisen, die man als Besitzer vom Kaninchen kennen sollte.

Eine Lautsprache haben Kaninchen dabei aber nicht wirklich. Sie können zwar Geräusche von sich geben, tun das aber äußerst selten. Wichtig ist daher, dass Sie stattdessen auf den gesamten Körper der Tiere achten, um ihre Stimmung und Bedürfnisse zu erkennen.

Daneben müssen Sie immer darauf achten, wie die Körperachse Ihres kleinen Lieblings ausgerichtet ist. Es gibt drei wichtige Körperhaltungen, die Sie dazu kennen müssen:

  • Gerade Achse: Schultern sind aufrecht, das Kaninchen beobachtet ganz neutral seine Umgebung und ist entspannt.
  • Vorgerichtete Achse: Kaninchen lehnt sich nach vorne, ist neugierig und offensiv.
  • Zurückgerichtete Achse: Kaninchen ist ängstlich und defensiv, auch die Ohren sind zurückgelegt.

4. Das Verhalten von Kaninchen - Bedeutung

Verhalten Bedeutung
Ablecken Gegenseitiges Ablecken dient zum Putzen, werden Sie hingegen vom Tier abgeleckt, ist das ein Vertrauens- und Liebesbeweis. Wände oder Tapeten werden vermutlich wegen einem Salzgehalt abgeleckt.
Augen weiß umrandet Sieht man die Skleren der Augen, sind die Tiere gerade in großer Panik. Die Ausnahme sind hierbei Situationen, in denen das Kaninchen seine Augen so verdreht, damit es etwas Bestimmtes sehen kann. Das hat dann nichts mit Panik zu tun.
Blinzeln Hat keine große Bedeutung. Manche Kaninchen blinzeln öfter, manche seltener.
Blume entspannt Als Blume bezeichnet man den Schwanz des Kaninchens. Eine entspannte Blume zeigt an, dass das Kaninchen generell entspannt ist.
Blume oben Das Kaninchen uriniert gerade.
Blume unten Eine flach nach unten gedrückte Blume zeigt Angst. Gemeinsam damit drückt sich das Kaninchen meist insgesamt nach unten.
Brabbeln, Glucksen Ist sehr selten zu hören. Das Kaninchen freut sich gerade ungemein.
Brummen, Grunzen, Fauchen, Knurren Leitet oder beendet einen Deckakt. Kann aber auch zu hören sein, wenn das Kaninchen gerade nicht hochgenommen werden will und Sie es z.B. zum Krallen kürzen trotzdem tun müssen. Dann wird Lautsprache genutzt, weil das Kaninchen nicht mehr stampfen kann.
Gähnen Kaninchen gähnen, wenn sie von einer zur nächsten Tätigkeit übergehen. Drückt nicht zwangsläufig Müdigkeit aus.
Graben, Wühlen Wühltrieb ist ein ganz normaler Instinkt und dient zum Abnutzen der Krallen. Solange das Kaninchen dabei nicht überaus hektisch ist, drückt es damit keinen Stress aus.
Kinn reiben Markierung von Gegenständen und Futter, denn am Kinn befinden sich die Duftdrüsen der Tiere.
Kopfstoß Streicheln Sie das Kaninchen gerade und gibt es einen Kopfstoß, dann mag es keine weiteren Streicheleinheiten.
Männchen machen Entweder bettelt das Kaninchen oder es sieht sich neugierig um.
Mäulchen schlecken Kann ausdrücken, dass sich das Kaninchen auf ein Leckerchen freut und steht sonst dafür, dass das Tier einfach seinen Mund reinigt.
Nasenblinzeln So bezeichnet man das Wackeln mit der Nase. Umso aufgeregter das Kaninchen ist (egal, ob positiv oder negativ), umso schneller hüpft sie auch. Hat übrigens nichts mit der Atemgeschwindigkeit zu tun.
Ohren angelegt Muss mit der restlichen Körpersprache beurteilt werden. Zurückgelegte Ohren können ein Hinweis auf Unruhe/Ängstlichkeit sein, aber auch darauf, dass das Kaninchen gestreichelt werden möchte. Achten Sie hierbei auf die restliche Körperachse, dazu nachfolgend noch mehr.
Ohren aufgerichtet Zeigt Aufmerksamkeit. Das Kaninchen versucht festzustellen, woher das interessante Geräusch kommt.
Schnurrhaare Sind ein verlässlicher Stimmungsbarometer. Umso langsamer sie bewegt werden, umso entspannter ist das Kaninchen. Zeigen sie pfeilgerade von der Nase weg und werden in Richtung der Augen gezogen, steht das für Angst.
Schreien, Kreischen Das Kaninchen schreit extrem schrill, wenn es unbeschreibliche Schmerzen hat.
Springen, Haken schlagen Besonders gute Laune wird durch geschlagene Haken ausgedrückt. Wird unbekümmert umhergesprungen, ist das Tier wunschlos glücklich. Ein wildes Toben ist wie Sport für Kaninchen.
Stampfen, Klopfen Kann verschiedene Dinge ausdrücken. Gezeigt werden damit Ärger und Frust. Aber keine Sorge, das Kaninchen ist nicht lange beleidigt, wenn es stampft, weil es zurück in sein Gehege muss.
Starre Meist wird schnell gearbeitet, wenn das Tier in der Starre ist. Das Kaninchen hat sich gerade sehr erschrocken. Es braucht nun einen Moment, um sich zu erholen.
Stupsen Begrüßung oder Aufforderung zum Streicheln.
Trommeln Kaninchen klopft schnell hintereinander und dient als Warnsignal.
Umfallen, zur Seite werfen Kaninchen legen sich selten einfach hin, sondern lassen sich direkt fallen. Zeigt, dass sie sich pudelwohl fühlen. Meist strecken sie sich dann auch noch richtig aus.
Umkreisen von Füßen Das Tier freut sich sehr und läuft um Ihre Füße herum. Ist das Pendant zum im Kreis um Artgenossen laufen. Wird zusätzlich gebissen, ist das ein sexuelles Verhalten. Sollte aber Ihnen gegenüber nicht in dem Kontext vorkommen. Falls doch, dann ist das Kaninchen sehr einsam!
Zähneklappern Warnsignal. Das Kaninchen ist verärgert und warnt davor, dass es seine Ruhe will!
Zwicken, Kneifen Markierung von Gegenständen und Futter, denn am Kinn befinden sich die Duftdrüsen der Tiere.
Das Kaninchen möchte, dass Sie weggehen, denn Sie stehen im Weg! Ein größeres Kompliment gibt es übrigens nicht, das Kaninchen hat Sie damit als Teil des eigenen Rudels akzeptiert.

5. Scheinschwangerschaft bei Kaninchen

Bei kaum einem Haustier zeigt sich die Scheinschwangerschaft so stark wie bei Kaninchen. Das liegt nämlich daran, dass Weibchen spezielle hormonelle Signale erhalten, sobald sie vom Rammler gedeckt werden. Sie werden dann zunächst recht zickig, sind sehr aufgekratzt und nervös. Sobald das Weibchen dann damit beginnt, ihr Nest zu bauen, ist es schon so gut wie vorbei.

Säubern Sie in dem Zeitraum das Gehege nicht. Das Tier wird sich büschelweise Fell ausrupfen und jede Menge Heu oder Stroh sammeln. Bieten Sie zusätzliches Heu und Stroh an und entfernen Sie das Nest erst, wenn das Kaninchen es völlig ignoriert. Bis dahin wird es aggressiv verteidigt. Nehmen Sie das Tier auf keinen Fall hoch!

Möglicherweise wird in der Zeit eine Art Futterstreik eingelegt. Bieten Sie Ihrem scheinträchtigen Kaninchen nun jene Leckerchen an, von denen Sie wissen, dass es die besonders mögen wird.

Die anderen Kaninchen sollten nun außerdem die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen und dem betroffenen Weibchen aus dem Weg zu gehen. Sie leiden nun stark unter der Zickigkeit.

Nach zwei, drei Tagen ist in der Regel dann alles vorbei.

Jährlich sind rund drei Scheinschwangerschaften oder auch weniger ganz normal. Kommt es sehr viel häufiger vor, sollten Sie sich mit dem Tierarzt beraten. Das kann nämlich ein Hinweis auf ein hormonelles Ungleichgewicht sein.

6. Davon ernähren sich Kaninchen

Bild - Kaninchen

Geben Sie Ihren Kaninchen bitte kein Trockenfutter! Sämtliche Futtermixe, die Sie im stationären Handel finden werden, entsprechen absolut nicht dem, was die Tiere brauchen. Sie vertragen kein Getreide und würden davon nur übergewichtig. Selbst getreidefreies Trockenfutter eignet sich aus unterschiedlichen Gründen nicht für Kaninchen.

Setzen Sie stattdessen auf Stroh und Heu, frisches Obst, Gemüse und gerne auch getrocknete Kräuter! Johannisbrot und Kaninchenkekse dürfen als Leckerchen gereicht werden. Bei Obst ist natürlich auf den Fruchtzucker zu achten, auch das sollte ein Leckerli sein. Perfekt eignen sich hierzu zum Beispiel Apfelchips.

Pro Kilo Körpergewicht braucht ein Kaninchen jeden Tag 100 Gramm Futter. Dieses sollte zur Hälfte aus Heu oder frischem Gras und zur anderen Hälfte aus Frischfutter inklusive Kräutern (frisch oder getrocknet) bestehen. Auch die Leckerchen müssen schon in diesen 100 Gramm inkludiert sein, um Übergewicht zu vermeiden.

Wichtig für Sie außerdem zu wissen: Es entspricht ganz normal dem Instinkt von Kaninchen, vom Heu etwas übrig zu lassen. Zwingen Sie Ihre Tiere nicht, alles aufzuessen und reichen Sie spätestens jeden zweiten Tag neues Heu. Testen Sie ruhig mehrere Heupackungen durch. Auch Kaninchen sind Feinschmecker! Selbiges gilt übrigens bei den Kräuter. Während die einen Tiere Löwenzahn zum Beispiel abgöttisch lieben, gibt es natürlich auch Kaninchen, die es völlig verabscheuen und stattdessen lieber Spitzwegerich oder etwas anderes hätten.

7. So muss das artgerechte Kaninchengehege aussehen

Ein Kaninchen sollte mindestens 2 m² Grundfläche zur Verfügung haben, wodurch die handelsüblichen großen Kaninchenkäfige nicht für die Tiere geeignet sind. Experten raten darüber hinaus sogar, größeren Rassen pro Tier 3 m² zur Verfügung zu stellen. Es bietet sich daher an, die Tiere entweder in einem eigenen großen Gehegebereich unterzubringen, sie in einem Außengehege im Garten leben zu lassen oder zur freien Wohnungshaltung überzugehen. Letztere muss aber im Übergang mit einem abgetrennten Bereich beginnen, da Sie die Tiere zunächst zur Stubenreinheit erziehen müssen.

Welche der genannten Haltungsformen am besten passt, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Tatsache ist, dass die Tiere bei freier Wohnungshaltung sehr viel zutraulicher werden, da sie nicht ein von Ihnen getrenntes Leben führen, sondern sie direkt im Alltag integriert sind. Selbstredend muss die Wohnung entsprechend abgesichert werden, denn Kaninchen knabbern gerne an Kabeln, Tapeten und Möbelstücken. Auch müssen Sie damit rechnen, dass in jedem größeren Raum, in dem sie sich aufhalten, eine Toilette für die Tiere aufgestellt werden muss.

Generell brauchen Kaninchen Rückzugsmöglichkeiten. Sie brauchen also verschiedene Verstecke, am besten an die Anzahl der Tiere angepasst, damit sie sich auch mal aus dem Weg gehen können. Beschäftigungsmöglichkeiten sind ebenfalls sehr wichtig, denn die Hoppler sind sehr intelligente Tiere, die geistig gefordert werden müssen, um eben nicht zu kleinen Zerstörern zu werden. Es gibt verschiedene Intelligenzspielzeuge, alternativ können Sie sich natürlich jeden Tag eine Zeit lang mit ihnen beschäftigen und ihnen Aufgaben stellen.

8. Unverzichtbare Grundausstattung für Kaninchen

Neben dem Häuschen brauchen Kaninchen eine jederzeit zugängliche Futter- und Wasserquelle.

Da sie das Klettern lieben, werden Kaninchen immer den höchsten Punkt anpeilen und diesen zu erklimmen versuchen. Manche Kaninchenbesitzer stellen ihren Tieren daher einen Kratzbaum für Katzen zur Verfügung. Da die Hoppler ihre Krallen nicht daran abwetzen werden, wird er natürlich hauptsächlich zweckentfremdet.

Sie können übrigens auch ein Häuschen aus Karton anbieten. Die Kaninchen werden sich darin gerne zurückziehen und es nach Lust und Laune zerlegen. So stellen Sie sicher, dass andere Möbelstücke vor ihren Zähnen sicher sind.

9. Sinnvolle Ergänzungen für das artgerechte Kaninchenzuhause

10. Kaninchen brauchen Auslauf oder Freilauf – das müssen Sie dazu wissen
Bild - Kaninchen

Sollten Ihre Kaninchen nicht in freier Wohnungshaltung, sondern in einem eigenen Bereich leben, brauchen sie nun dennoch Auslauf. Auch Tiere, die in einem Außengehege leben, sollten die Möglichkeit haben, andere Abschnitte der sie umgebenden Welt kennenzulernen. Es gibt hier nun einiges zu beachten.

Sofern die Kaninchen Freilauf in der Wohnung bekommen, muss diese natürlich zunächst abgesichert werden. Es dürfen keine Kabel zugänglich sein, da diese aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Wurzeln sofort durchgeknabbert werden. Es sollten außerdem keine giftigen Pflanzen oder andere Tiere im Raum bei ihnen sein.

Im Garten müssen Sie genauso auf andere Tiere achten, insbesondere auch auf Nachbarstiere.

Die Abgrenzung im Außengehege muss mindestens so hoch sein, dass die Kaninchen diese nicht überspringen können. Auch sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es keine Bereiche gibt, die locker durchbuddelt werden können. Zudem geht von blankem Gras immer die Gefahr von Parasiten aus. Es könnte eine Nacktschnecke vorbeischauen, die Würmer überträgt. Kaninchen, die immer wieder im grünen Gras sitzen dürfen, müssen regelmäßig vom Tierarzt vorsorglich untersucht werden.

11. Ein Kaninchen ist verschwunden, was kann ich nun tun?

Im Innenbereich ist ein Kaninchen natürlich schnell wieder zu finden. Haut es aber im Außenbereich ab, brauchen Sie nun eine Lebendfalle, um es verlässlich einfangen zu können. Da Kaninchen viele Fressfeinde haben, ist nun rasches Handeln angesagt.

Rascheln Sie mit den bekannten Leckerchen und suchen sie immer in der Nähe des Freilaufgeheges. Kaninchen bleiben nämlich stets in der Nähe ihres Rudels. Es kann durchaus sein, dass es aus Schreck ausgebüchst ist, weil es zufällig einen Weg aus dem Gehege entdeckt hat.

Verteilen Sie Futterstellen rund um das Freigehege und kontrollieren Sie diese immer wieder, um zumindest die Richtung zu finden, in der das Kaninchen verschwunden ist. Und bitten Sie auch Ihre Nachbarn um Hilfe, denn womöglich ist es in den nächsten Garten getürmt.

12. Die richtigen Kaninchen finden – diese Arten sollten Sie kennen
Noch mehr Kaninchenrassen?

Es gibt insgesamt mehr als 70 Kaninchenrassen in mehr als 365 Farbschlägen, die allesamt vom Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter anerkannt sind. Nach dem ZDK-Standard vom Jahr 1997 werden sie in folgende Gruppen sortiert:

  1. Große Normalhaar-Rassen ohne Höchstgewicht (z.B. Deutsche Riesen)
  2. Mittelgroße Normalhaar-Rassen mit bis zu 5,5 kg Gewicht (z. B. Widder)
  3. Kleine Normalhaar-Rassen mit bis zu 3,75 kg Gewicht (z. B. Kleinschecken)
  4. Normalhaar-Zwergrassen mit bis zu 2 kg Gewicht (z. B. Hermelin)
  5. Kurzhaar-Rassen mit bis zu 4,5 kg Gewicht (alle Rex-Rassen)
  6. Langhaar-Rassen ohne Höchstgewicht (z. B. Angora)
13. Gibt es charakterliche Unterschiede?

Die gibt es tatsächlich, aber sie sind meist so minimal, dass sie sich absolut nicht auf die Haltung auswirken. Löwenkopfkaninchen sind zum Beispiel in der Regel sturer als ihre Artgenossen. Dadurch sind sie gerne auch mal frecher und wagemutiger. Ausnahmen bestätigen aber natürlich die Regel und am Ende kommt es viel darauf an, wie sich die Tiere bei Ihnen entfalten können.

14. Gibt es Haltungsunterschiede?

Nein, die gibt es gar nicht. Wichtig für sie allerdings zu wissen: Widderkaninchen werden aufgrund ihrer Schlappohren oft von den eigenen Artgenossen falsch verstanden. Zeigen Sie nicht übermäßiges Mitleid. Das ist zum einen gar nicht nötig, da die Tiere einander ja trotzdem sehr lieb haben und andererseits würde das nur dazu führen, dass die anderen Kaninchen eifersüchtig werden und so häufig unnötige Machtkämpfe ausgefochten werden. Bleiben sie einfach dabei, allen Kaninchen gleich viel Aufmerksamkeit zu schenken.

15. Gesundheitsfibel vom Kaninchen
16. Häufige Fragen rund um Kaninchen
Was ist ein Zerstörer-Kaninchen?

So bezeichnet man im Semi-Fachjargon ein Kaninchen, das ungeachtet seiner üppigen Freizeitangebote allerlei Gegenstände zerstört. Sie können dieses Verhalten dem Tier nicht abgewöhnen, es aber gut abschwächen. Beispielsweise, indem Sie stets dafür sorgen, dass viel Karton zum Zerreißen bereitliegt, damit Möbel und andere Gegenstände in Ruhe gelassen werden.

Wie kann ich meinem Kaninchen das Zerstören abgewöhnen?

Da bei einem klassischen Zerstörer sein Verhalten nichts mit zu wenig Auslastung zu tun hat, müssen Sie attraktive Alternativen schaffen. Nutzen Sie zum Beispiel Holzspielzeuge und Heubälle, die von ihnen nach Lust und Laune zerlegt werden dürfen. Sagen Sie außerdem konsequent nein dazu, wenn ein Möbelstück oder eine Wand angeknabbert werden. Stellen Sie sich gerne auch mal daneben und stampfen das Kaninchen an. So nutzen Sie seine Sprache und geben ihm zu verstehen, dass Sie das nicht möchten.

Zusammengeknülltes Papier ist übrigens auch eine gute Idee. Es muss ungebleicht und unbedruckt sein. Alte Handtücher, Waschlappen und dergleichen sind ebenso willkommen, sofern die Materialien eben nicht verschluckt werden.

Was ist ein Helikopter-Kaninchen?

So bezeichnet man liebevoll die Kaninchen, die eine Kreuzung aus einem Widder und einem anderen Kaninchen sind. Meist sind sie nämlich dazu in der Lage, ihre Ohren hängen zu lassen oder sie auch aufzustellen, ganz wie sie gerade gelaunt sind. Gerne stellen sie auch nur ein Ohr auf und lassen das andere hängen, was einen recht witzigen Anblick bietet.

Halten Kaninchen Winterschlaf?

Nein, sie halten keinen Winterschlaf. Kühle Temperaturen sind für sie auch in der Regel kein Problem, allerdings braucht es eine kurze Übergangszeit, in der sie sich darauf einstellen können, damit sie sich nicht erkälten.

Meine Kaninchen rutschen auf dem Boden, wie kann ich ihnen helfen?

Legen Sie den Tieren kleine Teppiche aus, das werde sie gerne mögen. Achten Sie dabei auch darauf, dass sie diese nicht zerlegen – und falls sie es tun, sollten sie die Materialien keinesfalls fressen!

Kann man Kaninchen erziehen?

Ja, sehr gut sogar! Natürlich haben manche der Tiere ihren Sturschädel und Sie dürfen nicht erwarten, dass Sie vollkommen bestimmen dürfen, wie das Gehege auszusehen hat oder wo sich die Toilette befinden wird. Kaninchen sind sehr eigensinnig und haben ihre eigene Ordnung, das müssen Sie akzeptieren. Darüber hinaus sind sie aber sehr kooperativ und lernen durchaus die Bedeutung einzelner Worte.

Außerdem sind Kaninchen Liebhaber von Ritualen. Sie halten sich an feste Essenszeiten und lernen Ihre Verhaltensmuster auswendig, die Sie selbst an den Tag legen. Gibt es beispielsweise immer ein Leckerchen, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, werden Ihre kleinen Lieblinge bereits aufgeregt darauf warten.

Experten gehen davon aus, dass sich Kaninchen Farben und Geräusche merken können. So reagieren sie sofort darauf, wenn die Schublade mit den Leckerchen geöffnet wird oder wenn man mit dem Karottensack raschelt. Öffnen Sie hingegen eine Chipstüte, kann es sein, dass sie kein Interesse zeigen, weil sie wissen, dass das nicht ihnen gilt.

Sind Kaninchen verkuschelte Tiere?

Ja und nein. Kaninchen kuscheln grundsätzlich sehr gerne, aber sie werden absolut nicht gerne hochgenommen. Sie müssen die Möglichkeit haben, selbst zu Ihnen zu kommen, um wirklich zutraulich zu werden. Tiere in freier Wohnungshaltung werden Ihnen nach Möglichkeit immer wieder einen Besuch auf dem Sofa abstatten und sich zu Ihnen legen. Manchmal mit Abstand dazwischen, manchmal ganz dicht neben Ihnen.

Dieses Prinzip gilt auch in der Gehegehaltung. Gehen Sie auf die Kaninchen zu, sobald sie das Bedürfnis signalisieren, gestreichelt werden zu wollen. Setzen Sie sich zu ihnen auf den Boden und kraulen Sie die Tiere. Nehmen Sie aber kein Kaninchen hoch, wenn es nicht sein muss.

Wann darf ich ein Kaninchen hochnehmen?

Zum Krallen schneiden, wenn es zum Tierarzt gehen muss, der Hintern gereinigt werden muss oder Gefahr im Verzug ist. Ältere Kaninchen brauchen häufig schon Hilfe, was die Reinigung angeht. Das gilt ab einem Alter von ungefähr fünf Jahren. Auch langhaarige Kaninchen haben oft schon in jungen Jahren Schwierigkeiten damit, ihren After ganz sauber zu halten.

Wie nehme ich ein Kaninchen richtig hoch?

Zunächst greifen Sie das Tier mit beiden Daumen im Nacken- und Rückenbereich, während die restlichen Finger in Richtung Bauch gleiten. So verhindern Sie, dass das Tier davonlaufen kann. Packen Sie aber nicht plötzlich zu, sonst gerät das Kaninchen in Panik, weil es glaubt, von einem Greifvogel entführt zu werden! Eine Hand geht nun zum Brust- und Bauchbereich, die andere zum Hinterteil. So ziehen Sie das Kaninchen nun zu sich heran. Es sitzt quasi auf Ihrer Hand.

Sie können das Kaninchen nun mit seinem Rücken zu Ihrer Brust halten, wenn die Krallen geschnitten werden müssen, oder es seitlich an Ihren Oberkörper ziehen, damit es quasi auf Ihrem Unterarm sitzt. Das kommt natürlich ganz darauf an, weshalb das Tier hochgehoben wird.

Gibt es Tiere, die hochgenommen werden wollen?

Ja, das gibt es vereinzelt. Hierfür müssen Sie ein Gefühl entwickeln, denn es ist äußerst selten. Manche Kaninchen wissen es aber zum Beispiel zu Silvester zu schätzen, wenn Sie es an die Brust nehmen und es beruhigend streicheln, bis der Lärm vorbei ist.

Ist es normal, dass Kaninchen den eigenen Kot fressen?

Ja. Es handelt sich dabei um Blinddarmkot, der noch viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthält. Daher nehmen die Kaninchen diesen noch einmal auf. Hindern Sie die Tiere daran keinesfalls!

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