Farbmaus Kurzinfo
Farbmäuse (Mus musculus)
Ursprünglich war die Hausmaus in den Steppen und Halbwüsten des Mittelmeergebietes und Südostasien zuhause, vermutlich hat sie sich schon vor 8000 Jahren dem Menschen angeschlossen, als dieser mit dem Ackerbau begann. Zuerst entstanden dort auch die Mutationen in Form von weißen Mäusen. In Japan wurden zuerst gezielt aus Hausmäusen Farbmäuse gezüchtet, vermutlich schon seit über 300 Jahren. In Deutschland sind sie seit etwa 100 Jahren beliebte Haus- und Versuchstiere.
Farbmäuse haben eine Körpergröße von etwa 8 - 11 cm und einer Schwanzlänge von 7,5 cm. Sie werden bei guter Pflege 1 - 2 Jahre alt, selten auch älter. Das durchschnittliche Körpergewicht liegt bei 25 - 50 g. Sie sind mittlerweile in vielen Farben erhältlich, von agouti (wildfarbend braun), über weiß, schwarz, beige, orange, grau silber und auch bunt gescheckt.
Nie allen
Farbmäuse sind sehr gesellige Tiere und sollten niemals einzeln gehalten werden. Idealerweise werden gleichgeschlechtliche Geschwistertiere aus einem Wurf zusammen gehalten. Oder es werden Jungtiere, die jünger sind als 4 Wochen mit älteren Tieren vergesellschaftet. Farbmausweibchen vertragen sich auch in großen Gruppen sehr gut. Böcke werden leider nach der Geschlechtsreife gegenüber Artgenossen recht unverträglich, manchmal klappt hier die Haltung in Zweiergruppen. Werden die Farbmausmännchen kastriert, können sie auch in großen Gruppen und auch in gemischten Gruppen mit Weibchen zusammen leben. Von der Paarhaltung wird dringend abgeraten. Weibchen werden alle 3 - 6 Tage hitzig, nach einer Trächtigkeitsdauer von etwa 21 - 23 Tagen bekommen sie dann zwischen 4 - 14 Junge und nach weiteren 21 - 25 Tagen können sie erneut werfen. So kann ein Paar Farbmäuse innerhalb eines Jahres über 140 Nachkommen erzeugen.
Die Maus als Heimtier
Farbmäuse eignen sich nicht als Spielgefährten für sehr kleine Kinder. Sie sind sehr empfindlich und könnten durch Kinder leicht verletzt werden. Farbmäuse sind ideale Hausgenossen für Kinder ab 10 Jahren, sowie erwachsene und berufstätige Menschen. Manche Farbmäuse werden handzahm und spielen sogar mit ihren Menschen. Meist bleiben die Mäuse aber lieber unter sich, sie sind eher Tiere zum Beobachten.
Farbmäuse entwickeln auch bei optimaler und sauberer Haltung einen sehr strengen Eigengeruch, dies sollte vor der Anschaffung bedacht werden!
Umgangsregeln
Farbmäuse dürfen nicht zum Spielen geweckt werden, dann könnten sie zubeißen und mit starkem Stress reagieren. Ihre Umgebung sollte möglichst ruhig sein, laute Fernseher oder Stereoanlagen gehören nicht in ihre Nähe. Raumdüfte und Zigarettenduft können Farbmäuse krank machen. Neue Farbmäuse werden vorsichtig gezähmt, den Tieren werden Leckerchen von Hand gereicht, damit sie die Hand langsam kennen lernen können. Wenn sie die Hand kennen, werden sie drauf krabbeln, dann können sie langsam an das Hoch nehmen gewöhnt werden. Zum Tragen wird mit beiden Händen eine Höhle für die Farbmäuse gebildet, denn Farbmäuse springen schnell von einer Hand. Für längere Strecken wird eine Transportbox verwendet. Farbmäuse dürfen niemals an der Schwanzspitze hoch genommen werden, das tut den Tieren sehr weh.
Mauswohnungen
Ein gut belüfteter Käfig, eine Voliere oder Eigenbau mit einer Bodenfläche von mehr als 0,4 m² und einer Höhe von mindestens 40 cm eignet sich am besten für Farbmäuse. Gitter von Käfigen oder Aquarienabdeckungen sollten einen Höchstgitterabstand von 0,8 cm bei erwachsenen Tieren nicht überschreiten. Etagen auf 20 cm Höhe erweitern die Grundfläche und sind wichtig, damit die Mäuse nicht zu tief fallen können. Aquarien und Terrarien eignen sich wegen ihrer schlechten Belüftung nicht für Farbmäuse. Farbmäuse urinieren sehr viel und produzieren viel Ammoniak, welches sich am Boden der Behausung sammelt und bei den Tieren zu Atemwegsproblemen führen kann. Die Einstreuhöhe sollte mindestens 10 cm betragen. Verwendet wird dafür normale Holzeinstreu oder Hanfstreu, vermischt mit Stroh und Heu. Katzenstreu darf auf keinen Fall verwendet werden. Einmal in der Woche wird das Gehege gründlich gereinigt, die Pinkelecken werden täglich gesäubert. Kot und Urin wird regelmäßig von den Etagen entfernt. Während der Grundreinigung bleiben die Farbmäuse zusammen in der Transportbox.
Eine weitere Haltungsmöglichkeit ist der Mäusetisch. Erwachsene Farbmäuse springen nicht von einem Tisch der höher als 80 cm ist. Wenn der Tisch rundherum mit einer ca. 10 cm hohen Kante abgesichert wird fallen die Mäuse dort auch nicht herunter.
Das Gehege wird mit verschiedenen Holzbrücken, großen Häusern, Rampen, Korktunneln, Wurzeln eingerichtet. Pappröhren, Äste und unbedruckte Kartons werden zum benagen angeboten. Schwere Häuser und Einrichtungsgegenstände gehören auf den Boden, damit die Farbmäuse sich nicht darunter einklemmen können. Plastiktunnel und andere Einrichtungsgegenstände eignen sich nicht, in ihnen herrscht keine ausreichende Luftzirkulation, wenn sie angenagt werden, können gefährliche Splitter entstehen. Als zusätzliches Nistmaterial sollten auch Papier, Blätter und Taschentücher angeboten werden.
Ein Laufrad, auf einer Etage aufgestellt, sollte angeboten werden. Es muss einen Mindestdurchmesser von 20 cm aufweisen. Die Lauffläche muss völlig geschlossen sein, in offenen Streben können sich die Farbmäuse einklemmen.
Auslauf sollten die Farbmäuse nur auf gesicherten Tischen oder gesicherten Auslaufkisten bekommen. Freier Auslauf in der Wohnung ist für Farbmäuse zu gefährlich.
Der Mausspeiseplan
Im Zoofachhandel sind Trockenfuttermischungen für Farbmäuse zu bekommen. Kleinsämereien (z.B. ein hochwertiges Wellensittichfutter) sollten zusätzlich in das Futter gemischt werden. Die Trockenfuttermischung von Farbmäusen sollte aus Kleinsämereien (Hirse, Grassamen, Kräutersamen), Getreide (Mais, Gerste, Hafer, Roggen, Weizen) und Trockengemüse (Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzel) bestehen. Zusätzlich werden auch Trockenkräuter (Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe etc.) und Blüten (Ringelblumenblüten, Sonnenblumenblüten, Gänseblümchen) angeboten. Ein Teil des Trockenfutters wird im Käfig verteilt und versteckt. Nüsse/Kerne,Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Kürbiskerne, Erbsenflocken und Johannisbrot können als Leckerchen in kleinen Mengen von Hand verfüttert oder auch in das Futter gemischt werden.
Farbmäuse sind keine reinen Vegetarier, sie benötigen tierisches Eiweiß um gesund zu bleiben. Es reicht aus, 3 - 4 x die Woche tierische Nahrung zu geben. Geeignet sind: Mehlwürmer, ebenso Heimchen und Grillen sowie Magerquark und Magermilchjoghurt.
Einmal täglich werden verschiedene Gemüsesorten (Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, Mais, Salat) angeboten. Auch Obst (Äpfel, Beeren, Birnen) dürfen auch verfüttet werden. Frisches Gras, Wiesenkräuter wie Löwenzahn, Girsch, Schafgarbe und Spitzewegerich und Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum, Dill und andere gehören ebenfalls auf den Mausspeiseplan.
Nagerstangen, Joghurtdrops und andere zucker- und fetthaltige Nahrungsmittel sollten nicht verfüttert werden, sie führen zu Übergewicht. Kalksteine sorgen für ein Kalziumungleichgewicht und sollten ebenfalls nicht angeboten werden.
Mäuse müssen jederzeit Zugang zu einem Wassernapf oder einer Tränke haben. Das Wasser wird täglich sauber auf einer Etage über der Einstreu angeboten.
Gesundheitscheck
Farbmäuse zeigen Krankheiten recht spät an, deshalb sollten die Tiere immer gut beobachtet werden um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Fällt eine Veränderung auf, ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen. Folgendes wird täglich kontrolliert:
• Kommen alle Farbmäuse zum Fressnapf, suchen sie ihr Futter und fressen sie normale Futtermengen?
• Sind sie munter, neugierig und an ihrer Umgebung interessiert, buddeln und laufen sie normal?
• Verhalten sich die Tiere normal gegenüber den Artgenossen und dem Halter?
• Putzen sie sich gründlich? Ist ihr Fell sauber, dicht und glatt?
• Sind die Augen klar und nicht verklebt?
• Ist der After sauber? Haben die Köttel die übliche Größe, Form und Festigkeit?
Anschaffung
• Ratgeber zum Thema Maushaltung
• Käfig oder Voliere
• Einstreu, Heu, Stroh
• Maustrockenfutter, Leckerchen wie Nüsse, Trockengemüse und Kräuter
• Schlafhäuschen
• Futternäpfe und Wassernäpfe/Tränken
• Käfigeinrichtung wie Korkrinden, Holzröhren, Weidenbrücken, Etagen
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