Degus

Degus (Octodon degus)

Degus bewohnen gemässigte, mediterane Gebiete und Steppen in Nord- und Mittelchile. Dort leben sie in offenen Landschaften, sie meiden dichte Vegetation. Für ihre Baue bevorzugen sie Standorte unter Steinhügeln oder großen Büschen. Sie sind vor allem in höheren Siedlungsgebiete bis zu einer Höhe von 1200 m anzutreffen. Sie gehören zur Unterordnung der Stachelschweinverwandten, und zur Familie der Trugratten (Octodontidae). In freier Wildbahn leben Degus in größeren Gruppen. Eine Gruppe besteht normalerweise aus einem adulten Männchen, und zwei bis drei adulten Weibchen die sich mit dem Männchen fortpflanzen. Es gibt aber auch Gruppen mit zwei Männchen und bis zu fünf Weibchen. Jungtiere leben so lange innerhalb ihrer Gruppe, bis sie geschlechtsreif werden, dann müssen sie ihre eigenes Territorium erobern.


Degus haben eine Körpergröße von etwa 13 - 19 cm mit einer Schwanzlänge von etwa. 10,5 - 16,5 cm10 -14 cm. Sie werden bei guter Pflege 6 bis 7 Jahre und älter. Das durchschnittliche Körpergewicht liegt bei 170 - 350 g. In der Heimtierhaltung ist nach wie vor der wildfarbende Degu weit verbreitet. Dieser ist auf der Oberseite braun/agoutifarben (schwarz/braun/teilweise heller meliert) und auf der Unterseite eher gelblich/weiß gefärbt.


Nie allen
Degus sind sehr gesellige Tiere und sollten niemals einzeln gehalten werden. Idealerweise werden gleichgeschlechtliche Geschwistertiere aus einem Wurf zusammen gehalten. Oder es werden Jungtiere, die jünger sind als 10 Wochen mit älteren Tieren vergesellschaftet. Böcke sollten am besten nur zu zweit gehalten werden, bei Weibchen sind auch größere Gruppen mit bis zu 6 Tieren möglich. Von der Paarhaltung wird abgeraten. Alle 3 Wochen wird ein Weibchen hitzig und bekommt nach einer Trächtigkeitsdauer von etwa 85 bis 95 Tagen meist 1 - 10 Junge. Innerhalb eines Jahres können also gut 20 und mehr Jungen zur Welt kommen.

Die Degu als Heimtier
Degus eignen sich nicht als Spielgefährten für kleine Kinder. Sie sind sehr empfindlich und könnten durch Kinder leicht verletzt werden. Degus sind ideale Hausgenossen für Teenager sowie erwachsene und berufstätige Menschen, da ihre Hauptaktivitätszeit in den Abendstunden liegt. Manche Degus werden handzahm und spielen sogar mit ihren Menschen.


Umgangsregeln
Die Umgebung des Degugeheges sollte möglichst ruhig sein, laute Fernseher oder Stereoanlagen gehören nicht in ihre Nähe. Raumdüfte und Zigarettenduft können Degus krank machen. Neue Degus werden vorsichtig gezähmt, den Tieren werden Leckerchen von Hand gereicht, damit sie die Hand langsam kennen lernen können. Wenn sie die Hand kennen, werden sie drauf krabbeln, dann können sie langsam an das Hoch nehmen gewöhnt werden. Zum Tragen wird mit beiden Händen eine Höhle für die Degus gebildet, denn Degus springen schnell von einer Hand. Für längere Strecken wird eine Transportbox verwendet. Degus dürfen niemals an der Schwanzspitze hoch genommen werden! Der Schwanz könnte abbrechen, die Haut könnte abreißen, denn die Deguschwänze sind nicht sehr robust.


Deguwohnungen
Degus benötigen sehr viel Platz. Eine große Voliere mit einer Bodenfläche von mindestens 0, 5 m² und einer Höhe von mindestens 1,2 m ist das absolute Minimum für zwei Degus. Gitter von Käfigen oder Aquarienabdeckungen sollten einen Höchstgitterabstand von 1,2 cm bei erwachsenen Tieren nicht überschreiten. Die Voliere oder auch der Eigenbau sollte komplett aus Metall bestehen, Holz und Plastik werden von den Degus schnell durchgenagt. Gitterkäfige mit Plastikbodenwannen eignen sich also nicht. Das Gehege muss mit vielen Etagen ausgestattet werden, da Degus gern klettern und sich gern in höheren Bereichen aufhalten. Degus sollten dabei aber nicht tiefer als 80 cm fallen können, die Etagen müssen also entsprechend angeordnet werden.
Die Einstreuhöhe sollte mindestens 20 cm betragen. Verwendet wird dafür normale Holzeinstreu oder Hanfstreu, vermischt mit Stroh und Heu. Katzenstreu darf auf keinen Fall verwendet werden.Als zusätzliches Nistmaterial sollten auch Papier, Blätter und Taschentücher angeboten werden. Alle vier Wochen wird das Gehege gründlich gereinigt, die Pinkelecken werden alle 2 - 3 Tage gesäubert. Kot und Urin wird regelmäßig von den Etagen entfernt. Während der Grundreinigung bleiben die Degus zusammen in der Transportbox.
Das Gehege wird mit verschiedenen Holzbrücken, großen Häusern, Korktunneln, Wurzeln eingerichtet. Pappröhren und unbedruckte Kartons werden zum benagen angeboten. Schwere Häuser und Einrichtungsgegenstände gehören auf den Boden oder müssen auf den Etagen gesichert werden, damit sie nicht herunter fallen können. Dicke Äste und Rampen aus Kork dienen als Aufgang zu den verschiedenen Etagen im Gehege.


Ein Schale mit Chinchillasand ist beliebt und für die Fellpflege unentbehrlich. Allerdings urinieren die Degus gern im Chinchillasand, deshalb sollten immer auch eine Toilette mit günstigem Spielsand angeboten werden.


Ein Laufrad, auf einer Etage aufgestellt, sollte angeboten werden. Es muss einen Mindestdurchmesser von 30 cm aufweisen. Die Lauffläche muss völlig geschlossen oder aus einem sehr engmaschigem Gitter sein, in offenen Streben können sich die Degus einklemmen. Gut geeignet sind nur Laufräder aus Metall, die an der Käfigwand oder Decke befestigt werden, andere Materialien werden sofort zernagt.


Degus sind neugierige und aktive Tiere. Sobald sie handzahm sind, können sie Auslauf bekommen. Allerdings sind sie recht flink und schnell unter einem Schrank oder dem Bett verschwunden. Deshalb ist es ratsam, ihnen nur auf einer gesicherten Fläche Auslauf zu geben. Dazu können einfach 50 cm hohe Wände aus Pappe oder Hartfaserplatten in einer Zimmerecke aufgestellt werden. Stromkabel und andere gefährliche Gegenstände sollten vor dem Auslauf weg geräumt werden!


Der Deguspeiseplan
Heu ist das absolute Grundnahrungsmittel für Degus und muss immer zur freien Verfügung im Degukäfig angeboten werden. Es wird im Käfig verteilt und auch sauber in einer Heuraufe angeboten. Die Heuraufe muss so beschaffen sein, dass die Degus nicht hinein springen können, ideal sind Raufen mit Deckel. Das Heu ist für den Abrieb der ständig nachwachsenen Zähne, sowie für die Verdauung der Degus sehr wichtig. Ergänzt wird das Heu mit einer Trockenfuttermischungen für Degus. Diese sollte nur wenige Kleinsämereien (Hirse, Grassamen, Kräutersamen), Trockengemüse (Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzel) und keinen Zucker/Melasse und kein Getreide enthalten. In erster Linie sollte das Trockenfutter aus Trockenkräuter (Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe etc.), Blüten (Ringelblumenblüten, Sonnenblumenblüten, Gänseblümchen) und getrockneten Blättern (Haselnuss, Birke, Apfel etc.) bestehen. Ein Teil des Trockenfutters wird im Käfig verteilt und versteckt. Nüsse/Kerne,Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Kürbiskerne und Erbsenflocken bleiben sehr seltene Leckerchen einmal die Woche darf so ein Leckerchen angeboten werden.


Einmal täglich werden verschiedene Gemüsesorten (Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, Mais, Salat) angeboten. Degus neigen zur Diabetes, deshalb wird kein Obst an Degus verfüttert. Frisches Gras, Wiesenkräuter und Küchenkräuter gehören ebenfalls regelmäßig auf den Deguspeiseplan.
Nagerstangen, Joghurtdrops und andere zucker- und fetthaltige Nahrungsmittel sollten nicht verfüttert werden, sie führen zu Übergewicht. Kalksteine sorgen für ein Kalziumungleichgewicht und sollten ebenfalls nicht angeboten werden.


Degus müssen jederzeit Zugang zu einem Wassernapf oder einer Tränke haben. Das Wasser wird täglich sauber auf einer Etage über der Einstreu angeboten.
Frische Zweige mit Blättern von verschiedenen Obstbäumen sollten regelmäßig für die Zahnpflege angeboten werden.


Gesundheitscheck

Degus zeigen Krankheiten recht spät an, deshalb sollten die Tiere immer gut beobachtet werden um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Fällt eine Veränderung auf, ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen. Folgendes wird täglich kontrolliert:
• Kommen alle Degus zum Fressnapf, suchen sie ihr Futter und fressen sie normale Futtermengen?
• Sind sie munter, neugierig und an ihrer Umgebung interessiert, buddeln, klettern und laufen sie normal?
• Verhalten sich die Tiere normal gegenüber den Artgenossen und dem Halter?
• Putzen sie sich gründlich? Ist ihr Fell sauber, dicht und glatt?
• Sind die Augen klar und nicht verklebt?
• Ist der After sauber? Haben die Köttel die übliche Größe, Form und Festigkeit?

Anschaffung
• Ratgeber zum Thema Deguhaltung z. B. "Degus Biologie - Haltung - Zucht" von Stefan Gumnior, Natur und Tier-Verlag
• Eine große Voliere mit Etagen
• Laufrad
• Einstreu, Heu, Stroh
• Degutrockenfutter, Kräutermischungen
• Schlafhäuschen
• Heuraufe
• Futternäpfe und Wassernäpfe/Tränken
• Käfigeinrichtung wie Korkrinden, Holzröhren, Weidenbrücken
• Sandbadeschale und Badesan

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